Verkleinerung von Stärkemolekülen, normalerweise mittels chemischer oder enzymatischer Reagenzien bzw. hoher Schubkraft. Auch als Depolymerisation bezeichnet.
Verkleinerung von Stärkemolekülen, normalerweise mittels chemischer oder enzymatischer Reagenzien bzw. hoher Schubkraft. Auch als Depolymerisation bezeichnet.
Stärke, bei der einige OH-Gruppen mit Acetylgruppen verestert wurden, üblicherweise durch Behandlung mit Essigsäureanhydrid.
Maßzahl für den Acetylgruppengehalt von acetylierten Verbindungen; es ist die Anzahl der neg. KOH, die man zur Neutralisation der aus 1000 mg abgespaltenen Essigsäure braucht. Im Handel ist seit kurzem ein Test in Bausatz-Form erhältlich.
Maß für den Säuerungsgehalt oder die Säurestärke einer Lösung, ausgedrückt durch die üblichen Konzentrationsmaße für die gelöste Säure bzw. durch den pH-Wert.
Einige chemische Substituente der Stärke weisen eine Alkalilabilität auf, d. h. sie können durch Behandlung mit Alkali leicht entfernt werden.
Estergruppen (wie Acetat und Adipat) reagieren sehr leicht auf Behandlung (= Hydrolyse) mit Alkali. Phosphatgruppen sind widerstandsfähiger, können jedoch auch unter günstigen Bedingungen hydrolisiert werden.
Dies sind Endoenzyme (= Fermente), d. h. sie greifen mittelständige 1,4-Bindungen an, wobei zuerst Dextrine entstehen, die dann weiter hydrolysiert werden. Bakterielle Alpha-Amylase wird zur Stärke-Verflüssigung verwendet (im Vorlauf bzw. 1. Stadium der Herstellung von Glukosesirup und Dextrose); des weiteren wird es zur Herstellung von Maltodextrin verwendet. Weiterlesen
Als amorph bezeichnet man ein nicht-kristallines Material. Innerhalb von Stärkekörnern gibt es sowohl kristalline als auch amorphe Bereiche; letztere sind gekennzeichnet dadurch, daß hier die Atome an beliebigen, völlig regellosen Punkten steckengeblieben sind, ohne sich in Kristallgittern anzuordnen. In den kristallinen Zonen sind die linearen Bereiche der Moleküle, sowohl von Amylose als auch Amylopektin, in parallelen kristallförmigen Bündeln angeordnet.
Teilweise oder vollständige Entpolymerisierung der Stärkepolymerisate Amylose und Amylopektin, normalerweise durch Verwendung von Säuren und Enzymen.
Eine Mischung unverzweigter Polysaccharide, in denen 60 – 6000 Glucosereste durch ähnliche Bindungen wie sie in der Maltose vorkommen, zu Ketten verschiedener Länge vereinigt sind. In diesen Ketten sind 100 bis 200 Glukosereste durch a-1,4 Bindungen verknüpft. Der Gehalt an Amylose und das Molekulargewicht sind je nach Stärketypus verschieden. Weiterlesen
Darunter versteht man die Ermittlung der Einzelbestandteile von zusammengesetzten Stoffen; mit analytischen Methoden ist es möglich, zahlreiche physikalische und chemische Eigenschaften von Stärke, Glukosesirup und deren Derivaten zu bestimmen.
Monomerer Bestandteil der Stärkepolymere Amylose und Amylopektin.
Es entspricht einem Glukosemolekül aus dem die Elemente des Wassers entfernt wurden (2 H-Atome, 1 O-Atom).
Modifizierte Stärke, die eine oder mehrere funktionelle Gruppen besitzt, die in wäßriger Lösung unter Bildung negativ geladener organischer Ionen ionisieren. Beispiele dafür sind Carboxymethylstärke, oxidierte Stärke und Monostärkephosphat.
frei von absorbierbaren organischen Halogeniden – bedeutet, dass ein bestimmtes Stärkeprodukt frei von absorbierbaren organischen Halogenoiden ist. Obwohl native Stärke von Natur aus frei davon ist, enthält modifizierte Stärke manchmal gewisse Anteile davon (z.B. oxidierte Stärke). Es besteht ein Trend zu AOX-freien Stärkeprodukten bei umweltschonenden Herstellungsverfahren, z.B. in der Papierindustrie.
Die stoffliche Beschaffenheit eines Produktes muß den Erwartungen der Kunden entsprechen. Pulverisierte Stärke muß so nahe als möglich an reines Weiß in der Farbe herankommen, obwohl Maisstärkederivate ein sehr helles Gelb aufweisen können, was jedoch als akzeptabel gilt. Kristallartige Materialien sollten wasserklar und frei von Fremdpartikeln sein. Partikuläre Produkte (= aus Einzelteilen bestehende Produkte) müssen ein gutes Fließvermögen aufweisen und klumpenfrei sein. Glykosesirup muß farblos, glitzernd und frei von suspendierten (= festen) Substanzen oder Bodensatz sein.
Ein Enzym, das Stärke sofort in Maltose aufspaltet (kommt nur in Pflanzen, z.B. Sojabohnen oder Malz vor). Wird verwendet zur Herstellung von maltosereichem Sirup.
Langsamer Abbau der Molekularstruktur von Stoffen, die durch Umweltfaktoren wie Regen, Sonnenlicht etc. verursacht werden.
Biologische Abbauarbeit ist ein charakteristisches Merkmal der Stärke und der Stärkederivate; diese Eigenschaften nützt man bei der Entwicklung von biologisch abbaubaren Wasch- und Reinigungsmitteln sowie thermoplastischen Produkten auf der Basis von Stärke.
Darunter versteht man die Ableitung (= Richtungsänderung), die das Licht beim Übergang in ein optisch andersartiges Material erfährt, indem seine Fortpflanzungsgeschwindigkeit anders ist. Verwendet zur Bestimmung der Konzentration bei Glukosesirup, für Stärkepasten sowie in der Papierindustrie.
Gebräuchliche Maßeinheits-Gradeinteilung für Zuckerlösungen. 1° Brix = 1 Gewichts% Rohrzucker. Gemessen wird mittels Aräometer; mit diesem Messverfahren kann der Anteil an Trockensubstanz bei Lösungen genau bestimmt werden. Bei Glukosesirup werden als Messverfahren der Brechungsindex verwendet, bzw. konsultiert man Standardtabellen. Weiterlesen
Stärke, die mit Chemikalien behandelt wurde, so dass einige Hydroxylgruppen durch Ester- oder Ethergruppen ersetzt wurden.
Das sogenannte „Crossbonding“, wobei 2 Hydroxylgruppen auf benachbarten Stärkemolekülen chemisch verbunden sind, zählt ebenfalls zu einer Form der chemischen Veränderung. Auch sehr geringe chemische Veränderungen können die rheologischen, physikalischen und chemischen Eigenschaften der Stärke grundlegend verändern. Die Verwendung von modifizierter Stärke in Lebensmitteln ist durch EU-Gesetze und Gesetze auf nationaler Ebene beschränkt.
Verkleinerung von Stärkemolekülen, normalerweise mittels chemischer oder enzymatischer Reagenzien bzw. hoher Schubkraft. Auch als Depolymerisation bezeichnet.
Ist ein Abbauprodukt von wechselnder, im einzelnen noch nicht genau bekannter Zusammensetzung, die bei der Zerlegung von Stärke unter Einwirkung von Fermenten, Hitze (180° – 200°) oder Säuren entstehen. Dextrin löst sich sehr leicht in Wasser und besitzt eine stabile Viskosität, „Röstdextrin“ erhält man, indem man Stärke (ohne Säure oder mit Spuren von Säurehärtern) in Drehtrommeln auf 180° – 200° erhitzt. Weiterlesen
Traubenzucker wird durch vollständige Stärkehydrolyse, anschließende Reinigung und Kristallisieren hergestellt. Erhältlich in wasserfreier und Monohydrat-Form.
Eine Sorte des Glukosesirups mit relativ hohem Anteil an Dextrose und Maltose. Typisch wäre die Zusammensetzung: 31-35 % Dextrose, 41-45 % Maltose, 1-4 % DP3 und 16-25 % DPn
Ist die kristalline Form von reiner a-D-Glukose und enthält ein Kristallwassermolekül. Wird aus Glukosesirup mit hohem Dextrosegehalt durch Kristallisation hergestellt.
Ist die Reduktionsenergie eines durch Hydrolyse gewonnenen Stärkeproduktes, ausgedrückt durch den Prozentsatz der Reduktionsenergie desselben Gewichts an Dextrose. Üblicherweise wird dieser Wert durch Titrieren, aber auch durch Kryoskopie (Herabsetzung des Gefrierpunktes) bestimmt. Je höher das Dextroseäquivalent ist, desto niedriger ist das Zahlenmittel-Molekulargewicht des Produktes (Maximalwert = 100, z.B. reine Dextrose). Weiterlesen
Während die Verwendung von herkömmlichem reduziertem Zucker (Dextrose/Maltose usw.) bei Diabetes allgemein sehr eingeschränkt ist, verursachen Süßstoffe auf der Basis von Polyol (= mehrwertige Alkohole), z.B. Maltitol, keinen nennenswerten Anstieg der Blutzuckerwerte und finden deshalb in Lebensmitteln für Diabetiker Verwendung. Zu beachten ist die maximale Tagesdosis, um einer möglichen abführenden Wirkung vorzubeugen.
Die Dichte eines einheitlichen Stoffes ist die Masse der Volumeneinheit und wird in der Einheit Kilogramm pro Kubikmeter (kg/m3) ausgedrückt. Weiterlesen
Damit wird Stäke bezeichnet, die zwei chemischen Veränderungen unterzogen wurde, wobei das Stärkemolekül zwei verschiedene chemische Substituente besitzt. Amphotere Stärke wird auf diese Weise hergestellt.
Verkleinerung von Stärkemolekülen, normalerweise mittels chemischer oder enzymatischer Reagenzien bzw. hoher Schubkraft. Auch als Depolymerisation bezeichnet.
Der Ausdruck bezieht sich auf den „End“-Viskositätswert der Kurve, die das Brabender-Viskosimeter anzeigt. Man versteht darunter die Viskosität einer vollständig gelierten Stärkedispersion, die auf eine spezifische Temperatur von 500° oder 300° Celsius abgekühlt wurde.
Bezeichnet die Entpolymerisierung von Stärke unter der Einwirkung von Amylase. Wie der Abbau vor sich geht, ist unterschiedlich und hängt vom verwendeten Enzym ab (Alpha-Amylase, Beta-Amylase, Glukoamylase usw.). Der Vorteil von enzymatischen Reaktionen liegt darin, dass man beispielsweise hochspezifische Glukosezucker und Oligomere damit herstellen kann (= Polymere, deren Polymerisationsgrad niedrig ist); dieses Verfahren hat die Säurehydrolyse bei der Herstellung von Glukosesirup und anderen Stärke-Hydrolysaten weitgehend ersetzt.
Auch Fermente genannt, gehörten zu einer Gruppe von komplexen chemischen Substanzen, die von lebenden Organismen (z.B. Bakterien, Pilzen) gebildet werden und als sog. „Biokatalysatoren“ bezeichnet (d.h. sie lösen chemische Vorgänge aus bzw. beschleunigen sie) werden. Das Aufspalten der Glukosidbindungen der Stärke durch Amylase ist ein Beispiel dafür. Weiterlesen
Bezeichnet die durch Enzyme (= Fermente) verursachte Verdünnung von Stärkepasten, wie sie in der Papierindustrie (zur Reduzierung der Viskosität) verwendet wird.
Ist ein Polyol mit der Formel C4H10O4, kommt nur in der Mesoform vor; ist der einfachste vierwertige Alkohol; kommt z.B. in der Natur in Meeresalgen, Pilzen, Melonen, Weintrauben, Birnen aber auch in fermentierten Nahrungsmitteln vor. Bei der industriellen Herstellung wird ein biotechnologisches Verfahren verwendet. Glukose (aus Stärke) wird durch eine osmophilische Hefe vergärt, daraus entsteht als Endprodukt Erythrit. Die Vorteile von Erythrit liegen in seinem niedrigen Kaloriengehalt und hoher Verträglichkeit ohne Nebenwirkungen. Es ist für Diabetiker geeignet und zahnschonend. Erythrit unterscheidet sich grundlegend von allen anderen Süßstoffen hinsichtlich Verwendung, Absorption, Gärung, Stoffwechsel und Ausscheidung im menschlichen Körper. Derzeit wird an der Zulassung dieses Süßstoffs in Europa gearbeitet (1999).
Auch als Weißheitsgrad (durch Lichtreflexion) bei Stärke und modifizierter Stärke bezeichnet. Bei Glukosesirup und Karamelprodukten in Lösung spricht man von Scheinfarbe (wird bestimmt durch die Transparenz).
Aus dieser Kartoffelsorte, die einen hohen Stärkegehalt aufweist, wird Kartoffelstärke gewonnen.
Farbveränderung eines Stoffes, wenn er unter bestimmten Bedingungen (Abhängig von Dauer, Temperatur…) gelagert wird.
Eine in der Stärkeindustrie verwendete Bezeichnung für das überwiegend zellulosehältige Material in Getreidehülsen. Weiterlesen
Feines Zellulosematerial, das in kleinen Mengen in Stärke und einigen Nebenprodukten enthalten ist.
Obwohl Lipide (Öle) während der Naßvermahlung aus dem Mais entfernt werden, bleibt ein geringer Anteil (bis zu 1 %) von Restölen in der Stärke zurück, vorwiegend in der Form von freien Fettsäuren, die mit Amylose komplexe Verbindungen eingehen und Stärkepasten eine Trübung verleihen. Kartoffelstärke enthält einen sehr viel geringeren Anteil an Ölen als Maisstärke.
Der Feuchtigkeitsgehalt, bei dem handelsübliche Stärke verkauft wird, hängt zusammen mit dem natürlichen Gleichgewichtsfeuchtigkeitsgehalt der jeweiligen Stärke.
Bei Maisstärke beträgt dieser 11-13 % während Kartoffelstärke 18-20 % Feuchtigkeit enthält. Auf spezielle Weise getrocknete Stärke für besondere Anforderungen sind erhältlich; diese weisen einen Feuchtigkeitsgehalt unter diesen Werten auf; sie müssen jedoch unter besonderen Bedingungen gelagert und verpackt werden, damit sie keine Feuchtigkeit aufnehmen. Glukosesirup zeichnet sich normalerweise eher durch Konzentration (z.B. 80 %) als durch Feuchtigkeitsgehalt aus. Weiterlesen
Darunter versteht man den freien Fluß eines Pulvers von einem Behälter oder Trichter. Zur Messung stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Bei der Bewertung der Meßergebnisse muß man jedoch vorsichtig sein und sie der jeweiligen Situation anpassen. Einige Verbindungen (z.B. Calciumtriphosphat) werden als Zusatzstoffe zur Verbesserung der Fließfähigkeit beigegeben; dabei ist Vorsicht angebracht, da diese Zusatzstoffe bereits in kleinsten Dosen wirken.
Darunter versteh man das Gegenteil von Viskosität. Unter der Fluidität versteht man das Volumen einer Stärkepaste (unter standardisierten Bedingungen hergestellt), das durch eine geeichte Auslassöffnung mit einer bestimmten Temperatur in einer bestimmten Zeitspanne fließt. Oxidierte Stärke, säureverdünnte Stärke und Dextrin werden mit verschiedener Rieselfähigkeit hergestellt. Als Alkali-Fluidität wird die Fluidität einer kalten alkalischen Lösung eines Stärkeprodukts bezeichnet. Das Scott-Verfahren ist ein spezieller Test für die Fluidität von Stärke und modifizierter Stärke. Zur Herstellung von Stärkepasten wird dabei eine dampfbeheizte Wanne verwendet bzw. zur Bestimmung der Fließfähigkeit ein Trichter.
Stärke mit kleinen Mengen Öl versetzt, das durch Sprühen aufgebracht wird. Diese Stärke besitzt absichtlich herbeigeführte geringe Fließeigenschaften und Abdrücke bleiben deshalb haften. Wird zur Konfektherstellung verwendet. Ursprünglich wurde weißes Mineralöl zur Herstellung dieser Stärke verwendet; Produkte auf Mineralölbasis sind noch immer erhältlich. Speziell in Großbritannien gab es Einwände dagegen, deshalb wurde Formpuder auf der Basis von Pflanzenöl entwickelt.
Eine spezielle Glukosesirupsorte mit hohem Fructoseanteil. Hergestellt durch enzymatische Umwandlung von Stärke zu Glukose und anschließender Umwandlung eines Teils der Dextrose zu Fructose durch Enzymisomerase.
Eine spezielle Art von Kaltkleber (zum Verkleben von Wellpappe verwendet), der eine Klebeverbindung zwischen angrenzenden Schichten ohne Wärmezufuhr bildet. Bei einigen Klebern ist jedoch Wärmezufuhr nötig, damit die Trägersubstanzen der Stärke verkleistern.
Damit bezeichnet man vorgelatinisierte, in kaltem Wasser quellfähige oder kaltwasserdispergierbare Stärke (weil der Anteil an wirklich löslicher Stärke in diesen Produkten niedrig ist). Diese Produkte quellen in kaltem Wasser zu einer kolloidalen Dispersion (= Feinverteilung). Ein hoher Grad an chemischer Veränderung (z.B. Verdünnung oder Verethern) bewirkt, dass ein Teil der Stärke löslich wird.
Der Anteil an nativen oder modifizierter Stärke, der unter bestimmten Bedingungen in eine wässrige Lösung übergeht.
Karamel- bzw. Zuckercouleur erhält man, indem man Speisezucker alleine oder mit bewährten Chemikalien erhitzt. Karamel ist amorph, wasserlöslichund von brauner Farbe; verwendet wird es zur Färbung von Lebensmitteln und Getränken.
Bestimmte Kohlenhydrate begünstigen die Bildung von Karies. Saccharose und reduzierender Zucker begünstigen Karies, während mehrwertige Alkohole diese Eigenschaft nicht besitzen; die Bakterien der Mundflora könnten mehrwertige Alkohole nicht vergären, daher werden keine Säuren gebildet, die den Zahnschmelz angreifen. Messungen haben ergeben, daß der pH-Wert im Mund nicht unter den kritischen Wert von 5,7 fällt, wenn Süßigkeiten auf Basis von mehrwertigen Alkoholen konsumiert werden.
Kartoffel, auch Erdapfel, Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse mit essbarer, stärkereicher Knolle. Sie wird in den meisten Ländern der gemäßigten Klimazonen angebaut und ist dort eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Die Pflanze wächst eigentlich mehrjährig, wird im Anbau aber einjährig gezogen. Sie entwickelt sich aus der unterirdischen Sprossknolle, die mehrere so genannte schlafende Augen (siehe Knospen) besitzt. Aus diesen treiben die bis zu einen Meter langen, reich beblätterten Triebe, die dem Boden aufliegen oder aufrecht wachsen. Die Blätter sind gefiedert, die sternförmigen Blüten weiß oder violett gefärbt. Als Frucht bilden die Pflanzen eine vielsamige, etwa kirschgroße Beere. Alle oberirdischen Teile der Kartoffel – nicht jedoch die Knollen – enthalten das giftige Alkaloid Solanin, das für die gesamte Gattung charakteristisch ist.
Die Pflanze stammt ursprünglich aus den peruanischen Anden, wo sie von den Indianern als Hauptnahrungsmittel angebaut wurde. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die Kartoffel von spanischen Entdeckern nach Europa gebracht. Nachdem man sie zunächst als Zierpflanze hielt, verwendete man sie ab dem 17. Jahrhundert als Nahrungsmittel, zunächst jedoch nur für die adeligen Schichten. Insbesondere während und nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde sie zum Grundnahrungsmittel für die breite Bevölkerung. Im frühen 18. Jahrhundert wurde die Kartoffel schließlich auch nach Nordamerika eingeführt.
Frisch geerntete Kartoffeln enthalten etwa 78 Prozent Wasser, 18 Prozent Stärke, 2,2 Prozent Protein, 1 Prozent Mineralstoffe, 0,1 Prozent Fett und mehrere Vitamine. Ungefähr 75 Prozent des Trockengewichts sind Kohlenhydrate. Kartoffeln dienen nicht nur der menschlichen Ernährung, sie sind auch ein wichtiges Viehfutter. Außerdem dienen sie als wichtige Stärkequelle für die Herstellung verschiedener Produkte, etwa von alkoholischen Getränken wie dem Wodka oder von Klebstoffen. Gewöhnlich vermehrt man Kartoffeln durch Pflanzung von Tochterknollen, die so genannten Saatkartoffeln, die zumindest ein Auge enthalten müssen. Man pflanzt Kartoffeln in Reihen, pro Saatkartoffel entwickelt sich eine Pflanze, die je nach Sorte 5 bis 60 neue Knollen trägt. Einige durch Züchtung verbesserte Sorten können dagegen schneller durch abgeschnittene Stecklinge vermehrt werden. Man unterscheidet die Sorten nach der Konsistenz der Knollen und der Reifezeit. So gibt es frühe und späte, fest kochende und mehlige Sorten, wobei je nach Region unterschiedliche Gruppen bevorzugt werden. Fruchtbare, sandige Lehmböden eignen sich am besten zum Anbau der leichten, mehligen Kartoffeln, die von Amerikanern und Briten bevorzugt werden; schwere, feuchte Böden sind dagegen besser für die fest kochenden Arten geeignet, die auf dem europäischen Kontinent beliebter sind. Verbreitete mitteleuropäische Zuchtsorten sind u. a. ‚Sieglinde‘, ‚Désirée‘, ‚Saskia‘, ‚Hansa‘, ‚Astrid‘ und ‚Quarta‘. Kartoffeln sollten in einem dunklen Raum bei 2 bis 4 °C gelagert werden. Die bedeutendste Kartoffelkrankheit ist die Kartoffel-Kraut- und Knollenfäule, die durch einen Pilz hervorgerufen wird. Sie bewirkt Fäulnis und Verfärbungen an Blättern, Stängeln und Knollen. Eine weitere Pilzart ruft den Kartoffelschorf hervor. Diese Krankheit ist weniger verheerend, erzeugt Verletzungen, die verschiedenen fäulnisverursachenden Bakterien das Eindringen erleichtern. Verschiedene Formen der durch Viren verursachten Mosaikkrankheit und Kräuselkrankheit können Blätter und Triebe befallen. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Krankheiten. Als gefährlichster Schädling ist der aus Nordamerika eingeschleppte Kartoffelkäfer zu nennen. Weitere Schadinsekten sind der Kartoffel-Blatthüpfer, der Kartoffel-Erdfloh, einige Blattlaus- und Blattfloharten sowie Nematoden zu nennen. Siehe auch Batate.
Kartoffeln gehören zur Familie Solanaceae und heißen botanisch Solanum tuberosum.
Stärke gewonnen aus der Art Solanum tuberosum Linnaeus.
Industriell gewonnen mittels Naßvermahlung (bei Kartoffeln auch oft als „Reiben“ bezeichnet). Die Körner der Kartoffelstärke sind groß, mit einem Durchmesser von bis zu 100 µ. Diese Stärkeart besitzt eine niedrige Gelbildungstemperatur und reagiert empfindlich auf Laugen. Sie gehört zu den hochgradig quellenden Stärkearten mit einem ausgeprägten Viskositäts-Höchstwert. Kartoffelstärke enthält ungefähr 1 Phosphatestergruppe pro 200-400 Anhydroglukose-Einheiten, dies bedingt geringfügig anionaktive Eigenschaften. Pasten aus Kartoffelstärke sind widerstandsfähiger gegenüber Konsistenzerhöhung als solche aus Maisstärke. Kationische Kartoffelstärke wird bei Langholt (in Dänemark) für die Papierindustrie hergestellt. Für die Nahrungsmittelindustrie wurden einige vernetzte Stärkearten entwickelt.
Bezeichnet in der Stärkeindustrie den Keimling der Kornfrucht, aus dem Öl gewonnen wird.
Dieser Ausdruck bezeichnet den Reinheitsgrad bei Stärkepasten und Glukosesirup. Gemessen wird dieser Faktor durch Methoden, die auf Lichtdurchlässigkeit basieren.
Kohlenhydrate bestehen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff; Zellulose, Stärke, Zucker und mehrwertige Alkohole sind typische Beispiele. Weiterlesen
Stärke kommt in verschiedenen Pflanzen in Form von kleinen Partikeln (Körnern) vor, die eine bestimmte Größe Form haben. Die verschiedenen Stärkearten können durch mikroskopische Untersuchungen aufgrund der Standardbilder der verschiedenen Stärkemarken bestimmt werden.
Die Korngröße von Stärkekörnern wird als Größenverteilung angegeben, die für die jeweilige Stärkeart charakteristisch ist; die Stärkekörner von Mais liegen in der Größenordnung von 5-25µ. Zur Größenbestimmung wird z.B. die Coulter Counter Methode verwendet. Weiterlesen
Wird Stärke bei verminderter Feuchtigkeit und in einem organischen Lösungsmittel (z.B wässrigem Alkohol) erhitzt, wird die innere kristalline Struktur zerstört; die Form und die Unversehrtheit der Körner bleibt erhalten. Löst man diese Stärke in kaltem oder warmem Wasser auf, quillt sie und wird zähflüssig. Oft wird behauptet, dass körnige vorgequollene Stärke eine höhere und stabilere Viskosität aufweist als die herkömmliche vorgelierte Stärke.
Kristalline Stoffe besitzen eine hochgradig geordnete Molekularstruktur, sind von hoher Reinheit und besitzen eindeutige Eigenschaften (z.B. Löslichkeit, Schmelzpunkt …). Eine Reihe von Produkten wird in kristalliner Form verkauft, etwa Dextrose, Sorbitol, Maltitol etc.
Native Stärke, die in der Form von unregelmäßigen Bruchstücken hergestellt wird, meist einige cm lang. Gewonnen durch langsames Trocknen feuchter, in Papier gewickelter Filterkuchen (siehe „stückige Stärke“).
Messverfahren bei der Gefrierpunktserniedrigung
Diese Methode dient zur Molekulargewichtsbestimmung und nützt die sogenannte Gefrierpunktserniedrigung aus. Zu den sog. teilchenabhängigen Eigenschaften gehören zusätzlich zur Herabsetzung des Gefrierpunktes die Erhöhung des Siedepunktes. Herabsetzung des Dampfdruckes und des osmotischen Druckes. Durch die Kryoskopie können das durchschnittliche Molekulargewicht oder das Dextrose-Äquivalent oder Reduktionsvermögen (eine verwandte Größe) ermittelt werden.
Die Struktur wird als „kurz“ bezeichnet, wenn sie kohäsiv (= zusammenhängend) ist und keine Fäden während der Anwendung zieht. Stärkegels, die aus hochgradig vernetzter Stärke hergestellt werden, weisen diese Eigenschaften auf; es handelt sich dabei um Stärke mit vermehrtem Amylosegehalt. Für schnellbindendes Konfekt (Süßwarenindustrie) verwendet man Hybride amylosereicher Stärke, bei der deren schnelle Abbindung und kurze Struktur ausgenützt werden.
Damit bezeichnet man die Beibehaltung der ursprünglichen Eigenschaften eines Produktes, wenn es für eine bestimmte Zeit unter wechselnden Bedingungen (Temperatur, relative Feuchtigkeit, Einfall von Sonnenlicht …) gelagert wird. Man muß dabei auch andere Faktoren (Lagerung bei niedrigen Temperaturen, pH-Wert, Geschmacksstabilität, Feuchtigkeits- oder Ölwanderung) bei der Zubereitung und nicht zuletzt Mikroorganismen und die Möglichkeit für Bakterienbefall bei längerer Lagerung unter ungünstigen Bedingungen in Betracht ziehen. Weiterlesen
Linksdrehendes Isomer der Dextrose mit der Formel C6H12O6.
Obwohl Lipide (Öle) während der Naßvermahlung aus dem Mais entfernt werden, bleibt ein geringer Anteil (bis zu 1 %) von Restölen in der Stärke zurück, vorwiegend in der Form von freien Fettsäuren, die mit Amylose komplexe Verbindungen eingehen und Stärkepasten eine Trübung verleihen. Kartoffelstärke enthält einen sehr viel geringeren Anteil an Ölen als Maisstärke.
Eine essentielle Aminosäure (Formel NH2(CH2)4CH(NH2) COOH). Lysin kann man als wasserlösliche farblose Kristalle isolieren. Es gibt spezielle Getreideweichwasser mit vermindertem Lysingehalt.
Stärke, die durch Oxidierungsmittel verändert wurde – in der Praxis ist dies Natriumchlorat. Die im Handel erhältliche oxidierte Stärke behält die ursprüngliche Form der Körner bei und ist in kaltem Wasser nicht löslich. Der Weißheitsgrad ist höher als bei nativer Stärke; als Paste erscheint sie klarer, besitzt bezüglich Lagerung eine niedrige, stabile Viskosität. Einige der Glukosidverbindungen bei oxidierter Stärke werden während der Oxidierung aufgebrochen und ein niedriger Anteil an Carboxyl- und Carbonylgruppen wird eingebracht. Der relative Anteil an Carbonyl- und Carboxylgruppen hängt von den Reaktionsbedingungen ab. Man nimmt an, daß die Carboxylgruppen für die wahrgenommene Viskositätsstabilität der Paste verantwortlich sind. Oxidierte Stärke wird in der Papierindustrie zunehmend ersetzt durch „chlorfreie“ Alternativen. Oxidierte Stärke bildet eine zähe, klare und zusammenhängende Schicht und schrumpft bzw. bricht weniger als unveränderte und säureverdünnte Stärke.